Rezensionen ~ verlagskaufleute.INFO

Jetzt bestellen bei amazon.deThomas Keiderling (Hrsg.):
Festschrift F. A. Brockhaus 1805-2005.
Band 1: 466 Seiten, Band 2: 448 Seiten; CD-ROM mit Inhalt beider Bände
Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim, Leizig, Wien, Zürich 2005
Jetzt bestellen bei amazon.de

Ein wahrhaft umfangreiches Unterfangen, das sich der Brockhaus-Verlag in seinem Jubiläumsjahr vorgenommen hatte: 200 Jahre bewegte Verlagsgeschichte anschaulich und möglichst lückenlos aufzubereiten. 1805 hat alles begonnen: Damals gründete Friedrich Arnold Brockhaus (1772-1823) in Amsterdam eine Verlagsbuchhandlung. Mit dem Erwerb des "Conversationslexikons mit vorzüglicher Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeiten" legte er drei Jahre später den Grundstein für ein Buch, das seinen Verlag berühmt machen sollte: die Brockhaus-Enzyklopädie. Die jetzt erschienene zweibändige "Festschrift F. A. Brockhaus 1805-2005" führt dem Leser die spannende Geschichte eines der renommiertesten Verlagshäuser Deutschlands vor Augen.

Der erste Band der Festschrift besteht aus einem Faksimile der Jubiläumsschrift aus dem Jahr 1905 mit dem Titel "Die Firma F. A. Brockhaus", die seinerzeit Eduard Brockhaus (1829-1914), Enkel des Verlagsgründers und damaliger Verlagsleiter, verfasste. Sie umfasst die ersten hundert Jahre der Verlagsgeschichte von 1805 bis 1905. Der zweite Band "F. A. Brockhaus 1905 bis 2005" gibt Einblicke in die Brockhaus-Familienhistorie, die Verlagsarbeit und das Lexikonschaffen im 20. und beginnenden 21. Jahrhundert. Höhen und Tiefen des Verlags, u.a. während des Zweiten Weltkriegs und zu DDR-Zeiten, legen Zeugnis ab vom Durchhaltevermögen der Beteiligten und von der Innovationsfähigkeit des Unternehmens. Der zweite Band sowie die Einführung in den ersten Band entstammen der Feder von Thomas Keiderling, Historiker und Medienwissenschaftler aus Leipzig.

Während Eduard Brockhaus zu seiner Zeit das unversehrte Leipziger Verlagsarchiv zu seiner Verfügung hatte, war die Quellenlage für Autor Keiderling ungleich schwieriger. Der weit gehenden Zerstörung des Verlags im Dezember 1943 fiel fast das gesamte Firmenarchiv zum Opfer, sodass die Zeit bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs nur über vielfältige Recherchen in privaten und öffentlichen Archiven und Befragung von Zeitzeugen erschlossen werden konnte.

Exkurse zur Enzyklopädiegeschichte, zur Lexikonarbeit ("Aus der Werkstatt eines großen Lexikons") und zum Thema "Brockhaus und das Ausland" sowie Familien- und Verlagschroniken runden den zweiten Band ab. 400 bisher zum größten Teil unveröffentlichte Abbildungen, zahlreiche Grafiken und Tabellen und das bekannte übersichtliche zweispaltige Brockhaus-Layout sorgen für Übersichtlichkeit und Lesefreunde. Der edle rote Leineneinband mit Goldprägung und der hochwertige Schuber machen die Festschrift zudem zu einem Schmuckstück fürs Bücherregal.

verlagskaufleute.INFO